Die Rolle des GSSD-Standorts Halberstadt
Rolle des 197. Gardepanzerregiments
Um die Rolle des 197.PR besser zu verstehen, muss man zuerst die Struktur und Aufbau der sowjetischen Landarmeen kennen. Im Prinzip war der Aufbau einer Panzerarmee: 3 Panzerdivisionen und eine Mot.-Schützendivision (allg. Armee: 3 MSD, 1 PD). Im Bezug auf das 197.PR war die 3.Stoßarmee mit Stabssitz in Magdeburg die übergeordnete Armee. Doch wie der Beiname "Stoß" schon verrät, handelte es sich hierbei um eine äußerst schlagkräftige operative Armee, die aus 4 Panzerdivisionen bestand: 7.PD (Rosslau), 10.PD (Altengrabow), 12.PD (Neuruppin) und die 47.PD (Hillersleben). Dass es keine Mot.-Schützendivision gab zeigt, dass man die Strukturen durchaus verändern konnte. Der Grund für diese Konzentrierung von Panzerverbänden (-divisionen) liegt nahe: Die mögliche Stoßrichtung in den Raum Hannover und später Ruhrgebiet erforderte große Panzerverbände.
Unterhalb einer Armee folgt nun die nächste Ebene: Die Division. Das 197.PR war eines der 3 Panzerregimenter der 47. Panzerdivision mit Stab in Hillersleben bei Haldensleben. Auffällig ist dabei, dass sich nahezu alle Truppenteile und Einheiten der 47.PD im Raum Hillersleben konzentrierten. Nur das 197.PR lag in Halberstadt und das Mot.-Schützenregiment lag in Mahlwinkel. Somit könnte man das 197.PR als "abtrünnig" bezeichnen, da es doch relativ weit vom Divisionsstab entfernt lag (55km Luftlinie).
Dazu kommt auch, dass der mögliche Operationsraum des 197.PR gewissermaßen eingeschränkt war, denn für Panzertruppen war der Harz ein Hindernis. Somit hätte man sich nur nördlich am Harz vorbeimanövrieren können. Alle weiteren Manöverrichtungen sind Spekulationen. Seit der Verteidigungsdoktrin der 80er Jahre spielt natürlich der Aspekt der defensiven Gefechtsaufgaben eine wichtige Rolle.
Detaillierte Aussagen über die Rolle des 197.PR können wohl kaum getroffen werden. Pauschal gesagt hätte das Regiment im Zuge der 47.PD und diese innerhalb der 3.Stoßarmee operiert.
Die bedeutendste Waffengattung der GSSD: Panzer
Nachdem man im "Großen Vaterländischen Krieg" viele Erfahrungen im Einsatz von operativen Panzerarmeen und selbständigen Panzertruppenteilen gesammelt hatte, war man sich im Warschauer Vertrag um die Bedeutung der Panzertruppen einig. Denn nur mit gewaltigen Stoßgruppierungen sah man sich in der Lage, eine mögliche Aggression zu stoppen und auf das gegnerische Territorium zu verlagern.
Um diesen Einsatzgrundlagen gerecht zu werden, baute man nunmehr vor allem die Landstreitkräfte - auch in der GSSD - aus. So befanden sich zu "Spitzenzeiten" 6 sowjetische Landarmeen auf dem Territorium der DDR: 1.Panzerarmee (PA; Dresden), 2.PA (Fürstenberg), 3. Stoßarmee (SA; Magdeburg), 8.Truppenarmee (TA; Weimar), 20.TA (Eberwalde) und die 18.PA (Forst-Zinna). Außer der 18.PA blieben bis in den 90ern alle Armeen im Bestand der GSSD bzw. WGT.
Da die Verteidigungsdoktrin des Warschauer Vertrages erst recht spät die Struktur der GSSD beeinträchtigte, gab es erst 1989 wesentliche Reduzierungen bei den Panzertruppen, indem man 4 Panzerdivisionen abzog (7.PD, 12.PD, 25.PD 32.PD). Unbeachtet dessen blieben die Panzertruppen bis zum Herbst 1993 in Halberstadt. Das ebenfalls in Halberstadt stationierte Aufklärungsbataillon verließ die DDR schon früher.
Das 112.Aufklärungsbataillon
(Aufgrund des geringen Kenntnisstands wird vorerst noch keine Einschätzung über das 112.AklB gegeben.)